Schwitzen durch scharfes Essen: Ursache Schweißausbruch
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Warum uns scharfe Gerichte ins Schwitzen bringen

Warum uns scharfe Gerichte ins Schwitzen bringen

Scharfe Gerichte können Schweißausbrüche verursachen

Die Amerikaner nennen scharfe Gewürze und Speisen „hot“ - und wir wissen alle, dass dieser Ausdruck den Nagel auf den Kopf trifft. Sobald scharfe Gewürze auf unsere Zunge treffen, wird es heiß! Schärfe ist kein Geschmack, auch wenn es uns so vorkommt: Schärfe ist ein Schmerzempfinden, das uns Schweiß und Tränen beschert.

Die Formel fürs Schwitzen: Scharfmacher = Heißmacher = Schweißtreiber

In unseren Breitengraden empfinden die meisten Menschen Cayennepfeffer als furchtbar scharf. In Mexiko hantiert man mit ganz anderen Chilisorten, die echte Scoville-Schleudern sind, wie Jalapeños oder die „Dauerbrenner“ Habaneros. Sie strotzen nur so vor Capsaicin, einem Alkaloid, das die Wärmerezeptoren stimuliert und wie ein Hitzereiz wirkt. Wenn wir scharf essen, melden die Nerven das feurige Ereignis als Schmerz an unser Gehirn. Dabei ist es völlig gleich, ob das Gericht warm oder kalt ist, nur scharf muss es sein, um als Hitzemeldung durchzugehen. Chili-Eis oder Chili-Schokolade wird als nicht so scharf empfunden, wie eine heiße Chili con Carne. Denn je wärmer die Speisen sind, desto stärker ist auch das Schärfe- bzw. Schmerzempfinden.

Durch diesen Schmerzreiz werden auch Endorphine ausgeschüttet - die machen glücklich, bringen uns aber nicht zum Weinen, sondern lassen uns warm ums Herz werden. Für manche Menschen reicht das schon aus, um selbst bei moderatem Pfeffer einen Hitze- und Schweißschub zu bekommen. Für das Tränenvergießen und das Laufen der Nase ist die Reizung des Nervus vagus zuständig, der die Schleimhäute anregt, mehr Sekret zu produzieren.

Alles, was unseren Körper „anfeuert“ oder als Hitze wahrgenommen wird, löst einen ganz normalen physiologischen Prozess aus, der der Abkühlung des Körpers dient: das Schwitzen. Bei Anregung der Durchblutung schlägt das Herz schneller, die Blutgefäße weiten sich und die Körpertemperatur steigt. Beim Essen von z.B. einer heißen Suppe steigt die Körpertemperatur, was ebenfalls zu einem Schweißausbruch führen kann. Es gibt jedoch auch krankhafte Formen des Schwitzens beim Essen: die gustatorische Hyperhidrose. Schon das Kauen oder nur ein Geruch können Schweißperlen auf die Stirn, die Oberlippe, Hals und Schultern treiben. Dabei ist es völlig egal, wie die Speisen gewürzt sind oder was man zu sich nimmt. Sollte dieses bei Ihnen der Fall sein, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, so dass Ihnen effektiv geholfen werden kann - mit sonst bewährten Hausmitteln oder kosmetischen Hilfsmitteln kommen Sie in diesem Fall leider nicht weiter.  

Wer die anfänglichen Schweißausbrüche wegsteckt, kann sich sogar an die Schärfe gewöhnen. Durch Training werden die Schmerzrezeptoren unempfindlicher, mit jedem scharfen Mahl rinnt auch der Schweiß weniger. Wer jedoch stark schwitzt, sollte anstelle der teuflisch heißen Scharfmacher doch lieber kühlende Lebensmittel genießen oder die Ernährung umstellen.

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