Schwitzen in der Schwangerschaft: Ursache und Hilfe
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Schwitzen in der Schwangerschaft

Schwitzen in der Schwangerschaft

Endlich schwanger…und die Vorfreude auf das Baby ist groß! Aber schon während der Schwangerschaft wird die werdende Mutter auf den Ernstfall vorbereitet. Nicht nur die Erziehung eines Kindes bringt uns hin und wieder mal ins Schwitzen. Nein! Schon die Schwangerschaft sorgt für Hitzewallungen und Schweißausbrüche.

Aber machen Sie sich deswegen keine Sorgen. Das sind ganz normale und unbedenkliche Begleiterscheinungen, welche durch die sehr großen hormonellen Umstellungen im Körper der werdenden Mutter verursacht werden.

Sollten Ihnen die Schweißausbrüche oder das Schwitzen während der Schwangerschaft doch sehr unangenehm sein, so ist das ein Thema für Ihren begleitenden Gynäkologen.

Aber alles der Reihe nach erklärt…

Definition: Schwitzen in der Schwangerschaft

Von Schwitzen in der Schwangerschaft ist die Rede, wenn die werdende Mutter das Gefühl hat, dass sie mehr schwitzt als noch vor der Schwangerschaft. Die vermehrte Schweißabsonderung kann an den bekannten Stellen wie unter den Achseln auftauchen. Aber auch Stellen, an denen Sie sonst nie so viel geschwitzt haben (wie z.B. Schweißperlen im Gesicht oder auf der Stirn, nasse Händen oder schwitzige Füße), können auf einmal betroffen sein.

Ursachen: Schwitzen in der Schwangerschaft

Der Grund für das Schwitzen während der Schwangerschaft ist die deutlich verstärkte Durchblutung der Haut. Den „Befehl“ zur verstärkten Durchblutung erteilen Hormone, die während der Schwangerschaft vom Körper gebildet werden. Der Blutkreislauf muss eben so richtig in Schwung gebracht werden, weil der Körper der Frau nun nicht mehr allein einen Menschen, sondern gleich 2 Menschen ausreichend versorgen muss. Das bedeutet: viel Power geben! 

Vor allem im 2. und 3. Trimester wird die Durchblutung des Körpers der Schwangeren durch die natürliche hormonelle Umstellung stark angekurbelt, so dass eine vermehrte Schweißproduktion begünstigt wird.

Ziel der verstärkten Durchblutung ist es eben auch, die Bereiche der Haut, die sonst nur so viel sauerstoffreiches Blut wie nötig abbekommen, jetzt besonders gut zu versorgen.

Als Folge des gesteigerten Blutkreislaufes nimmt der Körper eine verstärkte Wärme wahr. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es um innere Wärme oder zugeführte Wärme aus der Umgebung geht.

Also, liebe werdende Mütter, keine Panik: Schwitzen in der Schwangerschaft hat in der Regel nichts mit einer Krankheit zu tun, sondern ist einfach der natürliche Versuch des Körpers, sich wieder abzukühlen. Der produzierte Schweiß dient demnach dazu, die Haut und demnach den Körper vor Überhitzung zu schützen, wie er es auch beim Sport oder Anstrengung tun würde. Auch beim Sport wird die Durchblutung gesteigert und wir fangen an zu schwitzen. Das nehmen wir aber nicht als „ungewöhnlich“, sondern sogar eher als etwas Positives wahr. Schwitzen in der Schwangerschaft fällt dann deswegen also so auf, da die Hitzewallung nicht in Verbindung mit einer körperlichen Belastung steht, sondern spontan aufkommt.

Nach der Geburt verschwinden die Hitzewallungen wieder und damit auch das Schwitzen in der Schwangerschaft. Es ist möglich, dass das Schwitzen auch noch während der Stillzeit eine Weile andauert.

Behandlungsmöglichkeiten

Wie auch bei vielen anderen Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft gibt es für die Hitzewallungen in erster Linie keine direkte Behandlung. Die vermehrte Durchblutung, die das Schwitzen in der Schwangerschaft bedingt, tut dem Körper der Frau eigentlich gut – kann aber behandelt werden, wenn es die Schwangere zu sehr belastet oder einschränkt.

Wertvolle Tipps, sollte Ihnen das Schwitzen zu lästig werden

  • Tragen Sie mehrere lose Kleidungstücke übereinander. So können Sie etwas ausziehen, wenn es Ihnen zu heiß ist.
  • Tragen Sie Kleidung aus Naturfasern wie Baumwolle und Leinen, die die Luft an Ihrer Haut besser zirkulieren lassen.
  • Sollte das Schwitzen Sie belasten, können Sie auch Spezial-Deos, sogenannte Antitranspirante, verwenden. Diese verengen die Schweißporen und reduzieren somit die Schweißproduktion. Diese Produkte werden äußerlich angewendet und sind für Ihr ungeborenes Kind nicht gefährlich.
  • Achselhaare oder „überflüssige“ Haare an den Stellen, an denen Sie vermehrt schwitzen, sollten entfernt werden.
  • Vermeiden Sie scharfe und zu heiße Speisen und Getränke, da hierdurch der Körper unnötig aufgeheizt wird. Dasselbe gilt für koffeinhaltige Getränke.
  • Ihr Schlafzimmer sollte kühl sein, damit Sie während der nächtlichen Hitzewallungen besser schlafen. Wenn es tagsüber heiß ist, halten Sie die Vorhänge geschlossen, damit sich Ihr Zimmer nicht erwärmt.
  • Kaufen Sie eine Sprühflasche und füllen Sie sie mit Wasser. Besprühen Sie Ihr Gesicht regelmäßig, um sich abzukühlen. Oder halten Sie einen kleinen Ventilator griffbereit in Ihrer Tasche.
  • Duschen Sie bei Bedarf, damit Sie sich frisch fühlen. Stecken Sie ein paar Feuchtigkeitstücher in Ihre Tasche, damit Sie bei der Arbeit Ihr Gesicht erfrischen können.
  • Sollten bei den Routineuntersuchungen Mangelerscheinungen festgestellt werden, sollte Ihr Gynäkologe darauf achten, dass diese schnellstmöglich durch hochwertige und schwangerschaftstaugliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel wieder ausgeglichen werden. 
  • Wichtig ist, viel zu trinken, damit der Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen wieder angereichert werden kann. Das gilt übrigens auch bei Schwitzen im Winter. Lesen Sie hierzu auch unseren Ratgebertext "Schwitzen im Winter". 
  • Empfehlenswert sind Tee, Wasser oder ab und zu auch Fruchtsäfte, möglichst ohne zusätzlichen Zucker.

everdry wünscht Ihnen für Ihre Schwangerschaft und der bevorstehenden Geburt alles Gute!