Schwitzen in der Nacht: Ursachen und Hilfe – EVERDRY Ratgeber

Schwitzen in der Nacht

Schwitzen in der Nacht

Vermehrtes Schwitzen in der Nacht kommt häufiger vor als wir denken. Nächtliche Schwitzattacken lassen uns am nächsten Tag meist unausgeschlafen und erschöpft aufwachen. Aber welche Gründe lassen Sie nachts ins Schwitzen kommen?

Auch während der nächtlichen Regenerationsphase schwitzt unser Körper und ein Flüssigkeitsverlust von bis zu 0,5 l pro Nacht ist völlig normal. Sollte das Nachtschwitzen allerdings über das normale Maß hinausgehen, sollten Sie unbedingt auf Ursachenforschung gehen. Es ist wichtig, dass der Körper nachts zur Ruhe kommt, das am Tag erlebte verarbeiten und sich regenerieren kann. Unnötiges Schwitzen belastet den Körper nachts hingegen zusätzlich, so dass er sich nicht ausreichend auf seine eigentlichen nächtlichen Aufgaben konzentrieren kann.

Ursachen & Hilfe für nächtliches Schwitzen

  1. Ungünstige Schlafbedingungen
    Oftmals ist eine ganz harmlose Ursache Schuld an einer schweißtreibenden Nacht. Wenn Ihre Schlafkleidung zu warm oder die Raumtemperatur während des Schlafes zu hoch ist, versucht sich der Körper ganz automatisch abzukühlen, in dem er mehr Schweiß produziert.
    Hilfe: Versuchen Sie ganz einfach die Außenfaktoren zu optimieren. Die empfohlene  Schlaftemperatur liegt zwischen 15 und 18 Grad. Hier muss jedoch jeder seine individuelle Temperatur finden. Lüften Sie kurz vor dem zu Bett gehen kräftig durch, um das Schlafzimmer auf eine angenehme Temperatur zu bringen.

    Greifen Sie bei Ihrer Nachtwäsche zu atmungsaktiven und feuchtigkeitsregulierenden Materialien. Auch für die Nacht sind Funktionsunterhemden mit integriertem Achselnässeschutz oder Wäsche aus Thermocool-Garn (für eine optimale Thermoregulierung: wärmt bei Kälte und kühlt bei Wärme) empfehlenswert.

    Verwenden Sie zusätzlich eine eher dünne Bettdecke aus Naturfasern und probieren Sie vielleicht mal eine saugstarke, antibakterielle und atmungsaktive Matratzenauflage aus.

Hilfe: Sie sollten in diesen Fällen bei andauerndem starkem Nachtschweiß einen Arzt aufsuchen, der die richtige Diagnose und vor allem die entsprechende Behandlungstherapie einleitet. Vor allem auch Medikamente, die ggfs. in den Wechseljahren verschrieben werden, können Auslöser von starkem Schwitzen in der Nacht sein.

  1. Wechseljahre, bzw. Hormonveränderungen
    Bei Frauen können oftmals die Wechseljahre Schuld an Schweißausbrüchen sein. Diese nächtlichen Schweißattacken sind in dieser Zeit auf die Hormonveränderung des Körpers zurückzuführen.

    Aber auch Jugendliche in der Pubertät können durch das hormonelle Ungleichgewicht unter Schweißausbrüchen in der Nacht leiden. Eine Fehlfunktion der Nebenniere kann hier eine mögliche Ursache sein.
  1. Entzündungen & Infektionskrankheiten

    Wenn Sie unter einer Infektion leiden oder eine Entzündung im Körper haben, sind starkes Schwitzen und plötzliche Schweißausbrüche fast immer ein Symptom. In diesem Fall kämpft unsere innere Polizei (oft die weißen Blutkörperchen) gegen die Eindringlinge (z.B. Bakterien oder Viren) an, damit wieder ein körperliches Gleichgewicht entstehen kann. Das ist für unseren Körper aber wie Hochleistungssport und kostet daher sehr viel Energie, welche als Wärme freigesetzt wird.

    Hilfe: Bitte suchen Sie einen Arzt auf, der Sie untersucht und das Krankheitsbild diagnostiziert und Ihnen die richtige Behandlung verordnet, damit Sie schnell wieder gesund werden!

  1. Weitere Krankheiten
    Spezielle Krankheiten wie Autoimmunerkrankungen, Krebserkrankungen oder auch neurologische Erkrankungen gehen oftmals auch mit starkem Schwitzen in der Nacht einher.

    Hilfe: In diesen Fällen kann Nachtschweiß die Folge von Nebenwirkungen verschreibungs-pflichtiger Medikamente sein. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt, um ggf. andere Medikamente zu testen.
  1. Hyperhidrose
    Ebenso kommt eine idiopathische (primäre) Hyperhidrose in Betracht, also eine krankhaft gesteigerte Schweißproduktion ohne einen ersichtlichen Grund und ohne eine andere Krankheit als Auslöser. Bei der Idiopathische Hyperhidrose – auch exzessives Schwitzen genannt – ist eine Krankheit, bei welcher der Körper übermäßig viel Schweiß produziert. Die Krankheit gilt als chronische Erkrankung, obwohl keine Ursachen, außer der genetischen Veranlagung bzw. der Krankheitsgeschichte in der Familie, bekannt sind.

    Nachtschweiß im medizinischen Sinne wird somit festgestellt, wenn Sie über einen längeren Zeitraum dauerhaft im Schlaf schwitzen. Nachtschweiß bezeichnet der Arzt als nächtliche Hyperhidrose.

    Hilfe: Hierbei empfehlen wir Ihnen, dass Sie Ihren Arzt aufsuchen und mit ihm das Problem besprechen. Er wird Ihnen dann die richtige Vorgehensweise und Behandlung verordnen.

    Oftmals können schon veränderte Lebens- und Schlafgewohnheiten helfen, die nächtliche Schweißproduktion zu verringern. Zusätzlich können Sie auf die Anwendung eines medizinischen Antitranspirants zurückgreifen. Der SweatStop® IXAL Roll-On ist ein Medizinprodukt und normalisiert Hyperhidrose unter den Achseln.

    Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit bietet die Leitungswasser-Iontophorese. Bei dieser Anwendungsform wird der zu behandelnde Hautbereich mit Gleichstrom behandelt. Die Nerven werden schwachen Stromimpulsen ausgesetzt. Dies beruhigt nachweislich die Nerven im behandelten Bereich, was eine verringerte Schweißbildung zur Folge hat.

  1. Stressbewältigung
    Stress und Sorgen lassen sich nur selten an der Schlafzimmertür abgeben und können Ihnen daher leicht den Schlaf rauben. Da die Schweißproduktion durch das vegetative Nervensystem gesteuert wird, sorgt so die verstärkte Ausschüttung von Stresshormonen auch nachts für eine erhöhe Schweißbildung.
     

    Hilfe: Versuchen Sie sich vor dem Schlafengehen zu entspannen und mit Entspannungsübungen, einem guten Buch oder beruhigender Musik den Tagesstress hinter sich zu lassen. Oder wie wäre es mit einer Tasse Salbeitee? Die Heilpflanze hat eine antibakterielle und schweißhemmende Wirkung und kann so helfen, dem Nachtschweiß vorzubeugen.

Was sollten Sie tun, wenn Ihr Nachtschwitzen bleibt?

Bis zu einem gewissen Grad ist Schwitzen in der Nacht also völlig normal. Auch eine unruhige Nacht mit einem Albtraum kann Sie schweißgebadet aufwachen lassen. Wenn Sie jedoch über eine längere Zeit von nächtlichen Schweißausbrüchen geplagt werden, sollten Sie die Ursache von einem Hausarzt oder Dermatologen genau erforschen lassen.

Wenn Ihre nächtlichen Schweißattacken auf eine bestimmte Krankheit oder eine Medikamenten-Nebenwirkung zurückzuführen sind, so können Sie mit Ihrem Arzt der Ursache auf den Grund gehen oder möglicherweise auch das aktuelle Präparat austauschen. Wenn Ihre Schwitzprobleme doch eher psychisch bedingt sind, bietet eine psychotherapeutische Behandlung die beste Unterstützung. Meist helfen auch schon kleine Änderungen des Lebensstils. Mit ausreichend Bewegung und Sport, gesunder Ernährung und einer ausgeglichenen Work-Life-Balance haben Sie alle Faktoren im Blick, die Ihre Schweißproduktion zusätzlichen beeinflussen können. 

Achten Sie auf sich und lassen Sie sich vom Nachtschweiß nicht in Ihrer nächtlichen Ruhe stören. Ergreifen Sie die notwendigen Maßnahmen, um Ihre Schlafqualität zu verbessern und am Morgen ausgeruht und fit in den Tag zu starten.