Schwitzen beim Sport: wer schwitzt mehr? everdry.de
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Schwitzen beim Sport

Schwitzen beim Sport

Warum müssen wir eigentlich beim Sport schwitzen? Ganz einfach: weil es wichtig ist, um den Körper vor Überhitzung zu schützen! Der Schweiß dient dem Körper hierbei als Kühlsystem.

Schwitzen gehört zum Sport wie Hunger zu einer Diät. Es ist unangenehm aber unvermeidlich. Dabei schwitzt nicht jeder Mensch gleich schnell und gleich viel. Schwitzen ist in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabuthema und wird im Alltag oft als unangenehm und peinlich empfunden, wenn es vom Gegenüber wahrgenommen wird. Wer trainiert, regt seinen Kreislauf an. Dadurch entsteht Wärme, die der Körper wieder ausgleichen muss. Ein körpereigenes Kühlsystem ist Schwitzen. Rund zwei bis vier Millionen Schweißdrüsen auf der menschlichen Hautoberfläche, besonders an den Füßen, den Händen und an der Stirn, erledigen täglich ihre Arbeit und erfüllen dabei eben genau diese eine wichtige Funktion: Sie schützen den Körper vor Überhitzung. Durch das Absondern der salzigen Flüssigkeit, die wir als Schweiß bezeichnen, benetzen sie die Haut und sorgen so dafür, dass Verdunstungskälte entstehen kann. Diese ist verantwortlich dafür, dass unsere Körpertemperatur konstant bleibt oder gegebenenfalls sogar sinkt. Dabei verdunstet der Schweiß auf der Hautoberfläche und sorgt so für Abkühlung.

Wer schwitzt mehr? Sportler oder Nicht-Sportler?

Die Annahme, dass Sportler aufgrund des besser trainierten Körpers weniger schwitzen als Menschen, die keinen Sport betreiben, hält sich hartnäckig, ist aber ein Irrtum. Tatsächlich sondern Sportler bei körperlicher Betätigung im Gegensatz zu untrainierten Menschen sogar fast die doppelte Menge an Schweiß ab. Doch warum ist das so? Ganz einfach, weil der Körper gekühlt wird. Trainiert nun ein Sportler, werden auch die Schweißdrüsen trainiert. Der Körper denkt mit. Er sorgt für eine umfangreichere Kühlung während der Belastung und somit für mehr und gesteigerte Leistungsfähigkeit. Das bezeichnen wir umgangssprachlich mit „eine gute Kondition haben“.

Während bei einem untrainierten Menschen die Schweißdrüsen nur langsam in Fahrt kommen, wissen diese bei einem Sportler schon kurz nach Trainingsbeginn, dass sie bald anfangen müssen, auf Hochtouren zu arbeiten, und starten früher mit ihrer Tätigkeit.

Trainierte Sportler schwitzen also eher schneller. Aber dafür viel effizienter. Denn trainierte Schweißdrüsen können die Menge des Wassers besser einschätzen und geben nicht zu viel Flüssigkeit und dadurch weniger Mineralien ab. Man bleibt länger leistungsstark. Das Kühlungssystem funktioniert bei Sportlern also besser und effektiver. Da man schneller beginnt zu schwitzen, steigt die Körpertemperatur auch später und langsamer an.

Sportler-Tipps bei starkem Schwitzen

Schwitzen ist also eine ganz normale Reaktion des Körpers und in Bezug auf die Leistungsfähigkeit sogar positiv zu bewerten. Dennoch gibt es einige Dinge, die der Sportler bei hohem Schweißverlust beachten sollte.

  • Es liegt auf der Hand: Schweißverlust bedeutet Flüssigkeitsverlust. Ausreichendes Trinken etwa eine Stunde vor dem Training, sowie bei Bedarf auch während des Sports, versteht sich von selbst. Ob ein Trinken über den Durst hinaus notwendig ist, darüber scheiden sich die Ansichten von Sportwissenschaftlern. Einige sind jedoch der Ansicht, dass der eigene Körper ausreichend früh Signale gibt, wenn ihm etwas fehlt – bei Flüssigkeitsmangel natürlich in Form von Durst.
  • Der Geschmack von Schweiß verrät, dass es nicht nur pures Wasser ist, welches durch das Schwitzen verloren geht. Auch Mineralstoffe und vor allem Natrium und Jod werden durch den Schweiß ausgeschieden. In der normalen Ernährung, aber besonders bei hohen Leistungen im Sport, sollte daher auf einen Nährstoffausgleich geachtet werden - zum Beispiel, indem das Wasser leicht gesalzen wird. Auch spezielle Sportgetränke können den Nährstoffhaushalt ausgleichen. Hierbei können isotonische Getränke besonders schnell vom Körper aufgenommen werden, da ihren osmotisch aktiven Teilchen dem des menschlichen Blutes entsprechen. Ein bewährtes Sportgetränk ist daher auch alkoholfreies Bier. Von Bier mit Alkoholgehalt ist abzuraten, da Alkohol eine flüssigkeitsentziehende Wirkung hat.
  • Um Erkältungen zu vermeiden, spielt außerdem die Kleidung eine wichtige Rolle. Spezielle Sportbekleidung ist so konzipiert, dass sie den Schweiß nach außen trägt und es so auch im Winter nicht zu einem Wärmestau unter der Kleidung kommt. Für eine optimale Temperaturzirkulation sollte auch in der Alltagskleidung geachtet werden. Falsche Kleidung ist häufig Mitursache für den unangenehmen Schweißgeruch und die vermehrte Schweißproduktion. Der Schweiß kann durch diese Fasern fast gar nicht nach außen gelangen und so können die Bakterien auf der Hautoberfläche den Schweiß noch leichter zersetzen, wodurch der charakteristische Schweißgeruch entsteht.