Neurodermitis: Ursachen der Hautkrankheit und Behandlung
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Neurodermitis: Ursachen, Symptome, Behandlung

Neurodermitis: Ursachen, Symptome, Behandlung

Neurodermitis - was verursacht diese Hautkrankheit?

Bei Neurodermitis handelt es sich um eine chronisch oder chronisch-wiederkehrende entzündliche atopische Hauterkrankung, die in Schüben auftritt (auch „atopisches Ekzem“ oder „atopische Dermatitis“ genannt). Während der Schübe kommt es zu quälendem Juckreiz, Hautveränderungen und sehr trockener Haut.

Bei den Ursachen der Neurodermitis spielen viele unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Das Zusammenspiel einiger Faktoren kann dann die bekannten Symptome wie Hautreizungen und starkes Jucken auslösen.

Ursachen der Neurodermitis & Risikofaktoren

Oft handelt es sich bei der Ursache in erster Linie um eine genetische Veranlagung. Das bedeutet, dass Eltern das Risiko an Neurodermitis zu erkranken, an ihre Kinder vererben.

Zusätzliche Auslöser können sogenannte Triggerfaktoren sein. Hierbei handelt es sich um ungünstige Faktoren, die zum Ausbruch einer Krankheit beitragen können. Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Falsche Textilien
  • Vermehrtes Schwitzen
  • falsche Reinigung von Textilien
  • bestimmte Tätigkeiten/Berufe (feuchte, schmutzige, staubbelastete Arbeit)
  • Nikotin
  • Hausstaubmilben, Tierhaare, Pollen
  • Bestimmte Nahrungsmittel
  • Klima (Kälte, Trockenheit, Schwüle)
  • Psyche (Stress, Trauer)
  • Hormone (Schwangerschaft, Menstruation)

Die Meidung dieser Provokationsfaktoren spielt bei der Behandlung von Neurodermitis und überempfindlicher Haut eine ganz zentrale Rolle. Es ist daher extrem wichtig für jedenBetroffenen, genau herauszufinden, welche Auslöser bei ihm die Symptome wie Hautreizungen und Jucken verursachen und diese dann aktiv zu vermeiden.

Bei Neurodermitis-Patienten besteht zusätzlich auch ein erhöhtes Risiko, neben der Neurodermitis und dem quälenden Juckreiz andere atopischen Krankheiten, wie Asthma, Heuschnupfen und Allergien, zu bekommen. Daher ist es extrem wichtig, mögliche Ursachen zu kennen und zu beheben, um nicht nur einen Neurodermitis-Schub zu verhindern, sondern auch dem Entstehen von Begleiterkrankungen entgegenzuwirken.

Wenn jemand die genetische Veranlagung für Neurodermitis besitzt, können verschiedene Auslöser zu einem Schub führen. Bei einem solchen Neurodermitis-Schub reagiert das Immunsystem der Betroffenen überschießend auf eigentlich harmlose Reize. Dadurch kommt es zur Entzündungsreaktion.

Die meisten Betroffenen haben nur eine leichte Neurodermitis. Sie kommen mit einer adäquaten Therapie gut zurecht. Diejenigen, die von einer schweren Form betroffen sind, haben dagegen durch den starken Juckreiz, die trockene Haut und das ständige Meiden von auslösenden Faktoren eine deutlich eingeschränkte Lebensqualität.

Neurodermitis: Häufigkeit

Häufig tritt ein atopisches Ekzem bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter auf. Bei den meisten verschwinden die Neurodermitis-Symptome während der Pubertät. Aber einige Menschen sind ihr Leben lang von dieser Krankheit betroffen. In den letzten Jahren hat die Anzahl der Neurodermitis-Erkrankungen in Deutschland stark zugenommen. Das könnte vor allem mit dem starken Lebenswandel zu tun haben, der die Entstehung von Hautkrankheiten ungünstig beeinflusst.

Neurodermitis: der quälende Juckreiz als Hauptsymptom

Neurodermitis wird in der Regel begleitet von meist starkem und quälendem Juckreiz. Das Kratzen verursacht Hautreizungen und Hautverletzungen, die dann wieder Infektionen begünstigen.
Es ist ein echter Teufelskreis: Jucken - Kratzen – Jucken! So schwer es fällt: nicht kratzen! Es verschlimmert nur die Symptomatik und kann zudem zusätzliche Infektionen verursachen. Begleitende Hautveränderungen wie eine schuppende, sehr trockene Haut sowie Ekzeme sind bei Neurodermitis ebenfalls typisch. Die Lokalisation der Ekzeme hängt in der Regel vom Alter der Betroffenen ab.

Ganz wichtig für Außenstehende ist zu wissen: Neurodermitis ist NICHT ansteckend!

Ein normaler Umgang mit den oft sowieso schon genug geplagten Neurodermitis-Patienten ist daher sehr wichtig, um nicht noch mehr Stress auszulösen. Versetzen Sie sich mal „in die Haut“ dieser Menschen! Würden Sie sich dann nicht auch über Unterstützung, Verständnis und Beistand freuen?

Wertvolle Tipps gegen Juckreiz und Hautreizungen:

  • Kratzen vermeiden:
    Ständiges Kratzen verschlimmert den Juckreiz. Darüber hinaus kann das Kratzen zu Hautschädigungen führen, welche dann die Entstehung von Infektionen begünstigen können. Daher gilt bei Juckreiz: Nicht kratzen, sondern besser zwicken, klopfen oder leicht mit der flachen Hand reiben.
  • Juckreizlindernde und pflegende Produkte verwenden:
    Hygiene und gute Pflege der betroffenen Hautstellen ist wichtig. Zum einen um den Juckreiz zu lindern und zum anderen, um Infektionen und weiteren Hautreizungen vorzubeugen. Hierbei empfehlen wir besonders die kortisonfreie patentierte NoReiz-Pflegeserie zur täglichen Pflege bei Neurodermitis und überempfindlicher Haut.
  • Positive Einflüsse verstärken:
    Das beste Heilmittel ist eine gesunde Seele. Daher ist es wichtig, dass Sie sich wohl fühlen, Sie sich nicht von Ihrer Krankheit unterkriegen lassen und das Leben bestmöglich genießen. Machen Sie, was Ihnen Spaß macht und gut tut und verzichten Sie auf negative Faktoren.
    Heiße Bäder vermeiden: Heiße Bäder, bzw. generell hohe Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit, stellen nicht nur für den Körper, sondern vor allem für die sensible Haut eine besondere Belastung dar. Daher empfehlen wir lauwarmes oder sogar kühles Baden oder Duschen, um die Haut zu entlasten.
  • Schwitzen vermeiden:
    Körperschweiß bietet optimalen Nährboden für Bakterien, die Infektionen oder zusätzliche Hautreizungen verursachen können. Außerdem können die Salze, die im Schweiß enthalten sind, ebenfalls Jucken und Brennen verursachen. Bei der Verwendung von Antitranspirant-Produkten sollten Sie darauf achten, dass Sie den Wirkstoff gut vertragen. Was Sie sonst noch gegen Schwitzen tun können, finden Sie HIER.
  • Kühlende Umschläge oder Eisbeutel:
    Die Kühle oder Kälte wirkt leicht „betäubend“ auf die Haut, so dass akuter Juckreiz kurzfristig etwas gelindert werden kann. Bei Eisbeutel ist es allerdings wichtig, diese nicht direkt auf die Haut zu legen. Legen Sie die Eisbeutel vorher in eine Hülle oder wickeln diese in ein feuchtes Handtuch.
  • Der Termin beim Onkel Doktor:
    In manchen Fällen ist die Hautreizung oder der Neurodermitis-Schub so schlimm, dass Sie leider um den Besuch beim Hausarzt oder Dermatologin nicht drum rumkommen. Holen Sie sich hier kompetenten, medizinischen Rat.
  • Vermeiden Sie Nahrungsmittel,
    auf die Sie allergisch reagieren und ernähren Sie sich gesund. Verzichten Sie auf stark gewürzte Lebensmittel und Speisen, auf Alkohol und Kaffee…also auf Lebensmittel, welche die Durchblutung der Haut steigern. Lesen Sie hierzu auch unseren Ratgebertext „Cool down mit gesunder Ernährung“.
  • Nutzen Sie beim Schlafen Allergiker-Bettwäsche aus Naturfasern und zusätzlich eine antibakterielle Matratzenauflage.
    Des Weiteren lüften Sie viel, verzichten Sie auf Teppiche, Gardinen und Pflanzen in der Wohnung und waschen Sie Ihre Textilien regelmäßig.
  • Tragen Sie bei Neurodermitis Kleidung,
    die Ihre Haut nicht reizt (zum Beispiel aus reiner Naturfaser wie Baumwolle, Leinen oder Seide) und meiden Sie direkten Hautkontakt mit Wolle. Waschen Sie neue Kleidung vor dem ersten Tragen.
  • Zigarettenrauch
    verstärkt die Neurodermitis-Symptome. Ein Haushalt, in dem eine Person mit Neurodermitis lebt, sollte unbedingt rauchfrei sein.
  • Bei einer Tierhaarallergie
    sollten keine Haustiere in der Wohnung leben. Auch wenn Sie auf diese treuen Partner im Haushalt verzichten müssen – es ist besser für Sie…und dann auch für das Tier, denn auch Tieren geht es nur gut, wenn es seinen Menschen gut geht!
  • Bei einer Pollenallergie
    sollten Sie abends die Pollen aus dem Haar waschen und nachts die Fenster schließen.