Neurodermitis bei Babys: wenn Babyhaut juckt & brennt
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Neurodermitis bei Babys

Neurodermitis bei Babys

Neurodermitis und Hautreizungen bei Babys und Kleinkindern

Babys und Kleinkinder haben generell kein "dickes Fell" wie Erwachsene. Der Begriff ist bewusst zweideutig gewählt. Es geht sowohl um die Haut der Kinder, die noch sehr dünn und durchlässig ist, als auch um das Nervenkostüm, das sehr sensibel auf jede Reizung reagiert. Letzteres hat zwei Gründe:

Erstens lässt eine dünnere Haut Reize auch viel schneller und in stärkerem Ausmaß an die Nerven heran, die dementsprechend mehr Reize ans Gehirn weiterleiten.

Und zweitens sind die Filter, die das Bewusstsein im Laufe der Zeit aufbaut, noch nicht da.

Was Erwachsene als unwichtig ausblenden, kommt ungefiltert und mit der gleichen Priorität wie alle anderen Sinneseindrücke im Gehirn der kleinen Menschen an. Das fordert, und in vielen Fällen überfordert das sensible Gehirn. Wenn die Nerven überstimuliert werden und der daraus entstehende Stressfaktor nicht mehr reguliert werden kann, kommt es zu trockener Haut und Neurodermitis.

Neurodermitis – was ist das überhaupt?

Gerötete, entzündete und vor allem stark juckende Hautstellen im Gesicht oder an den Knie- und Ellenbogen eines Babys sind typische Anzeichen einer Neurodermitis. Diese Hautveränderungen werden auch als Ekzeme bezeichnet.

In Deutschland sind mehr als 10 % aller Babys und Kinder an Neurodermitis erkrankt – leider mit stark zunehmender Tendenz. In den meisten Fällen beginnt diese Erkrankung bereits im Säuglingsalter.

Allerdings hat das Ganze auch eine positive Nachricht: Neurodermitis, die sich im Säuglingsalter bildet, verbessert sich bis zur Einschulung meist sehr stark in ihrer Symptomatik oder verschwindet im Laufe der Zeit sogar ganz.

Liebe Eltern, sollte die Neurodermitis bei Ihrem Kind nicht verschwinden, dann bitte nicht verzweifeln. Mit konsequenter Behandlung lässt sich die Neurodermitis gut in den Griff bekommen und die Betroffenen können oft ohne wesentliche Beschwerden ein normales Leben führen.

Neurodermitis – die Diagnose bei meinem Kind

Leider gibt es für die Diagnose noch keine eindeutigen Messverfahren, Tests oder Laborwerte. Hier liegt das Augenmerk viel mehr auf eine sehr gute Anamnese Ihres Kinderarztes und eine gründliche Untersuchung der Haut.

Wenn folgende Merkmale zusammentreffen, ist es für Hautärzte oder Kinderärzte in der Regel kein Problem, schnell und zuverlässig die richtige Diagnose zu stellen:

  • Hautveränderungen, Entzündungen und trockene Haut an typischen Stellen wie Ellbogen, Kniekehlen oder Gesicht
  • Chronischer Verlauf
  • Starker, anhaltender Juckreiz
  • In der Familie kommt Neurodermitis vor

Wie kann Neurodermitis vorgebeugt werden?

Die Entwicklung einer Neurodermitis ist oft Veranlagung und wird daher von den Eltern vererbt. Wenn Sie als Eltern also selbst unter einer Hauterkrankung leiden oder bereits ein weiteres Kind von Ihnen erkrankt ist, so hat auch das nächste Kind ein erhöhtes Risiko, an einer Neurodermitis zu erkranken oder diese zu entwickeln.

Muttermilch ist und bleibt das Beste

Wie auch im weiteren Leben ist und bleibt es so: gesunde Ernährung ist das A und O. Dies beginnt schon im Säuglingsalter. Eine Mutter weiß, was für ihr Kind das Beste ist. Daher enthält die Muttermilch auch nur das Beste vom Besten und gibt Ihrem Kind wertvolle Inhaltsstoffe zu einer gesunden Entwicklung mit. Ideal wäre eine Stillzeit bei allergiegefährdeten Kindern von mindestens 4-6 Monaten. Danach kann nach und nach Beikost eingeführt werden.

Falls Sie aus welchen Gründen auch immer nicht stillen können/sollen, dann sollten Sie zumindest auf die richtige Wahl der Ersatzmilch setzen. Hierbei kann Sie am besten Ihr Kinderarzt oder Dermatologe beraten.

Vermeiden Sie hochallergene Lebensmittel

Ist Ihr Kind gefährdet, sollten Sie so lange wie möglich auf stark allergieauslösende Nahrungsmittel wie Ei, Fisch oder Nüsse verzichten. Diese sollten nach Möglichkeit frühestens im 2. Lebensjahr eingeführt und ausprobiert werden.

Rauchen ist nicht erwünscht

Dies gilt natürlich grundsätzlich und nicht nur bei Schwangerschaften mit erhöhtem Neurodermitis-Risiko. Nikotin und Zigarettenqualm schädigt nachweislich Ihr Kind und sollte konsequent vermieden werden.

Vermeiden Sie stark befahrene Straßen

Autoabgase und Feinstaub können Neurodermitis und Asthma begünstigen.

Sie wohnen aber an einer stark befahrenen Straße und können daher diese nicht vermeiden? In dieser Situation können Sie die Belastung für Ihr Kind mit ein paar einfachen Maßnahmen trotzdem verringern:

  • Lüften Sie nicht zur Hauptverkehrszeit
  • Wenn möglich, ausschließlich nach hinten gelegene Fenster öffnen
  • Haben Sie die Möglichkeit, eine Fußroute mit weniger befahrenen Straßen zu wählen? Dann nutzen Sie diese für Ihren täglichen Fußweg und genießen außerdem die Ruhe
  • Bevorzugen Sie Grünflächen und Spielplätze, die abseits von großen Straßen liegen

Sensibler Umgang mit allem, was auf und in die Haut gelangt

Es ist eine alte Weisheit, dass Kinderkleidung vor dem Tragen wenigstens zweimal gewaschen werden sollte, dass natürliche Materialien wie Leinen, Seide, Baumwolle, Nessel und Hanf weniger reizen als synthetische Materialien. Textilien aus biologischer Produktion ist der Vorzug zu geben. Natürliche Pflegeprodukte aus pflanzlichen Inhaltsstoffen können die angegriffene Haut zwar nicht heilen, reizen aber zumindest nicht noch mehr. Und welche Inhaltsstoffe genau helfen, muss ausprobiert werden. Im Idealfall hilft der Dermatologe bei der Suche.

Manche Kinder reagieren positiv auf Urea-Produkte, anderen hilft Mandelöl oder Lanolin. Manche Kinder kommen mit Nachtkerzenöl aus, und auch Kleie in den Pflegeprodukten kann positiv wirken. Sensibler Umgang mit allem, was auf die Haut gelangt, schließt den Intimbereich ein: Feuchte Pflegetücher sind tabu, der Po wird auch mit warmem Wasser und einem Waschlappen sauber. Und manchmal sind Stoffwindeln mit einer Einlage aus Bouretteseide oder Heilwolle eine gute Idee.

Wenn die Haut so trocken ist, dass sie blutig wird, können silberbeschichtete Kleidungsstücke Linderung verschaffen.

Vermeiden Sie Stress und Unruhe

Unter psychischem Druck schüttet der Körper Stresshormone aus, die das Immunsystem so stark ankurbeln, dass es zu einem Neurodermitis-Schub kommen kann. Auch wenn es manchmal sehr schwer fällt, versuchen Sie entspannt und ruhig zu bleiben. Versuchen Sie, Ihrem Kind möglichst keinem unnötigen Stress auszusetzen.

Spezielle Hautpflege bei Neurodermitits

Zur besonderen Pflege bei Babys und Kleinkindern mit Neurodermitis empfehlen wir die Noreiz Produktserie zur speziellen Hautpflege bei Neurodermitis und überempfindlicher Haut.

Noreiz ist OHNE:

  • Cortison
  • Mineralöle
  • Parfüm
  • Parabene
  • Farbstoffe

Und enthält den patentierten Wirkkomplex aus dem körpereigenen Thiocyanat.

Programm für den Notfall

Wenn die Haut so schlimm aufblüht, dass die Neurodermitis für zusätzlichen Stress sorgt, ist schnelle Hilfe nötig. Als Hausmittel empfiehlt sich ein Bad in abgekühltem grünen oder schwarzen Tee (biologische Produkte ohne Aromen verwenden, stark aufbrühen) oder aufgelegte, im Tee getränkte Lappen.

Schweiß sollte niemals auf der Haut verbleiben, sich nach Möglichkeit gar nicht erst bilden, denn die darin gelösten Salze trocknen die Haut weiter aus. Leichte Massagen, Gesang und Spiel mit Mama oder Papa helfen auch, den Stress zu reduzieren.

Visuelle und akustische Reize wie bei Computerspielen und Fernsehen sind dagegen keine gute Idee, denn beides überfordert das kindliche Gehirn eigentlich eher.

In jedem Fall sollte alles, was gegen derartige Hautprobleme bei kleinen Kindern unternommen wird, in enger Rücksprache mit dem behandelnden Facharzt erfolgen.

 

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