Brustkrebs: Definition, Ursachen, Häufigkeit - Lexikon
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Begriff Brustkrebs

Brustkrebs: Definition, Ursachen, Häufigkeit & Risikofaktoren:

Was ist Brustkrebs?

Brustkrebs (medizinisch: Mammakarzinom) ist der häufigste Tumor bei Frauen. Selten kommt die Erkrankung auch bei Männern vor. Brustkrebs ist eine sehr ernstzunehmende Erkrankung, doch bei rechtzeitiger Entdeckung und Behandlung sind heute viele Patientinnen heilbar- oft sogar mit schonenden Methoden.

Die Therapie wird je nach Ausprägung der Erkrankung und Zustand des Patienten individuell angepasst. Zu den zur Verfügung stehenden und häufig kombinierten Therapien zählen Operation, spezifische Medikamente und Strahlentherapie.

In jüngster Zeit sind weiterhin so genannte zielgerichtete Behandlungen (engl. "targeted therapies") hinzugekommen, also Behandlungen, die Krebszellen zielgenau angreifen (etwa monoklonale Antikörper).

Wie häufig kommt Brustkrebs vor?

Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen: In Deutschland macht Brustkrebs ca. 28 % aller Krebsneuerkrankungen bei Frauen aus

Mit zunehmendem Alter steigt das Brustkrebs-Risiko: jüngere Frauen sind nur selten betroffen, erst ab dem 40. und besonders ab dem 50. Lebensjahr erkranken die Mehrzahl der Frauen. Die meisten Patientinnen erkranken nach den Wechseljahren.

Was sind bei Brustkrebs die Ursachen und Risikofaktoren?

Die genauen Ursachen von Brustkrebs sind bis heute kaum bekannt. Man kennt jedoch einige Risikofaktoren - also Einflüsse, die die Entstehung von Brustkrebs begünstigen. Ob und wie diese Faktoren sich gegenseitig beeinflussen, ist im Detail noch kaum beleuchtet, genauso wenig wie ihr Zusammenspiel mit weiteren Faktoren wie z.B. dem Alter. Zu beachten ist außerdem, dass einige Faktoren beeinflusst werden können, andere aber nicht. Hier die wichtigsten Risikofaktoren: 

  • Übergewichtige Frauen bekommen häufiger Brustkrebs als Frauen mit Normalgewicht. Ein zu hohes Körpergewicht scheint sich hauptsächlich nach den Wechseljahren risikosteigernd auszuwirken. Auch wer viel tierische Fette isst, scheint tendenziell ein höheres Brustkrebsrisiko zu haben. Ob weitere Ernährungsgewohnheiten das Risiko erhöhen, ist noch unklar. Dazu zählen etwa die Fragen, ob Obst und Gemüse schützend wirken oder welchen Effekt natürliche Phytoöstrogene (pflanzliche Hormone in Lebensmitteln) haben.
  • Gesichert ist hingegen, dass Alkohol das Brustkrebsrisiko erhöht. Je mehr Alkohol konsumiert wird, desto höher das Risiko.
  • Rauchen scheint das Risiko zu erhöhen. Rauchen in allen Altersgruppen erhöht aber nicht nur das Brustkrebsrisiko, sondern vor allem auch das Lungenkrebsrisiko..
  • Geschlechtshormone wie Östrogen und Gestagen können das Risiko für Brustkrebs beeinflussen. Die jahrelange Einnahme der Pille etwa kann das Brustkrebsrisiko leicht steigern. Zugleich bietet diese hormonelle Form der Empfängnisverhütung aber statistisch gesehen einen etwas höheren Schutz vor anderen Krebsarten, wie etwa dem Eierstockkrebs.
  • Eine kontinuierliche, über Jahre eingesetzte Hormonersatztherapie in den Wechseljahren (postmenopausale Östrogentherapie) lässt das Brustkrebsrisiko ansteigen. Wenn die Hormone abgesetzt werden, sinkt das Risiko aber innerhalb weniger Jahre wieder auf das durchschnittliche Niveau.
  • Risikosteigernd sind ein später Wachstumsschub im Jugendalter und ein spätes Einsetzen der Wechseljahre (Klimakterium mit anschließender Menopause).
  • Ein höheres Risiko haben außerdem Frauen, die kein Kind bekommen haben bzw. solche die bei der Geburt des ersten Kindes über 30 Jahre alt waren. Einen schützenden Effekt haben jede Schwangerschaft bzw. Geburt. Schützend wirkt es ferner, sein Kind zu stillen - und zwar umso mehr, je länger gestillt wird.
  • In rund 10 % aller Brustkrebsfälle spielten Gene eine wesentliche Rolle: Ein erstes (aber keineswegs ausreichendes) Indiz für ein genetisch erhöhtes Brustkrebsrisiko kann eine Häufung von Brust- und Eierstockkrebsfällen in der Familie sein.

Was sind KEINE Risikofaktoren für Brustkrebs?

In den Medien werden immer wieder angebliche Risikofaktoren für Brustkrebs genannt, für die in Wahrheit aber KEIN wissenschaftlicher Zusammenhang zu dieser Erkrankung nachgewiesen wurde. Dazu zählen:

  • Das Tragen von BHs
  • Vitamin-D-Mangel
  • Sonnen-Mangel
  • Infektionen
  • Brustimplantate
  • Schwangerschaftsabbrüche
  • Aluminiumhaltige Deos. Lesen Sie hierzu auch unseren Ratgebertext "Können Deos mit Aluminium krank machen?"

Die Forschung hat allerdings noch nicht alle Risikofaktoren für Brustkrebs identifiziert.

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