Mythen über das Schwitzen: alle Fakten auf everdry.de
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10 Mythen über das Schwitzen

10 Mythen über das Schwitzen

Mythos oder Wahrheit?
Was stimmt zum Thema Schwitzen?

Schwitzen – keiner will es – jeder tut es – und alle reden drüber.

Dabei ist Schwitzen ein ganz natürlicher Prozess und sogar lebensnotwendig.
Durch die Verdunstung von Schweiß wird der Körper gekühlt und somit vor Überhitzung geschützt.

Es gibt viele Irrtümer zum Thema Schwitzen und Schweißgeruch.
Die Bekanntesten haben wir hier aufgeführt und für Sie geklärt.

 

1. Den Körper kann man durch Schwitzen entgiften.

Falsch.

Der menschliche Körper entsorgt Giftstoffe ausschließlich über die Nieren und die Leber. 

Allerdings beseitigt der Mensch viele Krankheitserreger durch die eigene Immunabwehr. Beim Kampf gegen die Eindringlinge reagieren wir oft mit Fieber, also einer erhöhten Körpertemperatur. Dies verursacht dann Schwitzen, um den Körper wiederum vor Überhitzung zu schützen. Mit Entgiftung hat dieser Prozess allerdings nichts zu tun.

2. Durch Schwitzen kann Übergewicht reduziert werden.

Falsch.

Sie müssen jetzt stark bleiben! Ohne Sport und gesunde Ernährung geht´s leider nicht. Allein durch reines Schwitzen, z.B. in der Sauna, werden keine Kalorien oder Fett im Körper abgebaut. 

Allerdings verliert der Körper durch das Schwitzen viel Flüssigkeit: zwischen 100 und 500 ml Flüssigkeit pro Tag. Bei hoher Anstrengung können es auch 1 bis 2 Liter oder mehr sein. Allein der Flüssigkeitsverlust wird anschließend mit einem geringeren Körpergewicht auf einer Waage angezeigt. Diesen Flüssigkeitsverlust sollten Sie unbedingt wieder ausgleichen und viel trinken. Das ist überlebenswichtig! Wer wirklich abnehmen möchte, sollte sich gesund ernähren und ausreichend Sport treiben, um dabei Kalorien zu verbrennen. Gemütlich in der Sauna sitzen und schwitzen genügt nicht.

3. Kalte Getränke helfen, um nicht ins Schwitzen zu kommen.

Falsch.

Schön wär´s, wenn das so einfach wäre. An heißen Tagen einfach ein eisgekühltes Getränk zu sich nehmen und schon ist nicht nur der Geist, sondern auch der Körper erfrischt. Leider ist aber genau das Gegenteil der Fall. Denn während kalte Getränke unseren Hals und Magen kühlen, signalisieren wir unserem Körper, dass es kalt ist. Folgerichtig fährt unser Stoffwechsel hoch und die innere Wärmeproduktion wird angekurbelt. Experten empfehlen daher, auch bei großer Hitze eher auf lauwarme, nicht gekühlte Getränke zurückzugreifen. Grundsätzlich gilt: viel Trinken ist sehr wichtig!

4. Schweiß riecht immer sehr unangenehm.

Falsch.

Frischer Schweiß ist nahezu geruchslos. Erst wenn dieser von Bakterien zersetzt wird, entsteht der bekannte unangenehme Schweißgeruch. Die Bakterien zerlegen langkettige Fettsäuren in kleinere Moleküle wie Butter- oder Ameisensäure. Buttersäure ist eine Fettsäure, die einen sehr unangenehmen Geruch besitzt, der dem von ranziger Butter ähnelt. Kein Wunder also, dass dieser Schweiß für unsere Nasen nicht „duftet“, sondern aufdringlich wirkt.

Eine kleine Ausnahme gibt es aber, denn manchmal riecht frischer Schweiß eben doch!

Wenn ein Teenager plötzlich unangenehm „müffelt“, dann könnte das auch an der Hormonumstellung liegen. In der Zeit hormoneller Veränderungen kann dann auch schon mal frischer Schweiß unangenehm riechen. 

5. Unter den Achseln schwitzen wir am stärksten.

Falsch.

Unter den Achseln entsteht weniger als 1 Prozent des Schweißes. Da die Achseln aber in der Regel von den Armen bedeckt werden, kann der entstandene Schweiß an dieser Stelle schlecht verdunsten und bleibt somit auf der Haut. Hierdurch entstehen schnell unschöne Schweißflecken auf der Kleidung. Und als wenn das nicht schon schlimm genug ist, haben Bakterien hier außerdem ein sehr leichtes Spiel: die nassen Achseln bieten ihnen einen optimalen Nährboden, so dass zudem ein unangenehmer Schweißgeruch entstehen kann. 

6. Wenn ich das Schwitzen unter den Achseln reduziere, schwitze ich an anderen Stellen stärker.

Falsch.

Unter den Achseln entsteht weniger als 1 Prozent des Schweißes. Das Schwitzen unter den Achseln ist somit kaum relevant für den Kühlprozess. Da starkes Schwitzen in der Regel nur ganz gezielt an bestimmten Körperstellen wie den Achseln reduziert werden soll, z.B. durch die Verwendung von Antitranspiranten, erfolgt keine Kompensation an anderen Körperstellen.

7. Nicht-Sportler schwitzen schneller und stärker als Sportler.

Falsch.

Das Gegenteil ist sogar der Fall: Je trainierter jemand ist, desto früher beginnt er zu schwitzen. Klingt skurril? Ist aber einfach erklärt: Sobald bei trainierten Sportlern die Temperatur nur leicht ansteigt, setzt sofort der Kühlprozess, also das Schwitzen, ein. Hierdurch steigt bei Sportlern die Körpertemperatur viel langsamer an, was zu einer höheren Leistungsfähigkeit führt. Umgangssprachlich sprechen wir dann von einer „guten Kondition“. Sportler schwitzen also schneller und mehr, aber dafür viel effizienter als Nicht-Sportler. Lesen Sie hierzu auch unseren ausführlichen Ratgeber „Schwitzen beim Sport“.

8. Im Winter schwitzen wir nicht.

Falsch.

Es gibt in jeder Jahreszeit mehr oder weniger Situationen in denen der Körper die eigene Temperatur regeln muss. Auch im Winter! Denken Sie doch nur mal an folgende Situation: draußen ist es winterlich kalt. Damit Sie auf dem Weg zur Arbeit nicht frieren, ziehen Sie sich im Flur schön warm an: Mütze auf, Schal an, Winterstiefel und dicke Winterjacke an…und schon geht´s los! Schnell raus aus der warmen Bude. Mit den dicken Klamotten ist es in der Wohnung viel zu warm. Draußen ist es dann viel angenehmer…schon fast wieder zu kalt. Daher noch schnell die Handschuhe anziehen und ab auf´s Fahrrad. Da Winterklamotten oft den Nachteil haben, dass sie wenig atmungsaktiv sind, kann die Haut darunter schlechter zirkulieren. Und obwohl Ihre Nasenspitze ganz kalt ist, kommen Sie durch die Anstrengung beim Fahrradfahren am Körper doch ganz schön ins Schwitzen. So…endlich am Büro angekommen, nur noch schnell das Fahrrad abstellen und rein ins warme Büro. Aber schon mit dem ersten Schritt ins Büro werden Sie von der warmen Heizungsluft regelrecht erschlagen. Der Temperaturunterschied zwischen Drinnen und Draußen ist einfach viel zu groß. Bevor der Rücken ganz nassgeschwitzt ist, schnell wieder raus aus den warmen Winterklamotten. 

Gerade im Winter machen uns die oft sehr starken Temperaturunterschiede und die warme, wenig atmungsaktive Winterbekleidung zu schaffen. Aus diesem Grund kommen wir auch im Winter oft ins Schwitzen. Setzen Sie daher nicht nur beim Sport, sondern gerade im Winter auf atmungsaktive Funktionsbekleidung.

9. Frauen und Männer schwitzen gleich stark.

Falsch.

Beim Thema Schwitzen versagt die Gleichberechtigung, denn Männer schwitzen in der Regel schneller und stärker. Aber liebe Damen, sind Sie doch mal ehrlich? In diesem Fall verzichten Sie doch gern auf die Emanzipation, oder? Aber warum ist das so? Dies ist ganz einfach erklärt. Verantwortlich ist das männliche Hormon „Testosteron“. Es öffnet die Schweißkanäle, so dass Männer schneller ins Schwitzen kommen und außerdem mehr Schweiß absondern. Das weibliche Hormon „Östrogen“ macht genau das Gegenteil. 

Erst bei der Hormonumstellung, den sogenannten Wechseljahren, wenn sich auch bei der Frau der Anteil des männlichen Hormons erhöht, neigen dann auch später einmal die Frauen zum vermehrten Schwitzen. Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind dann an der Tagesordnung. Aber lassen Sie sich nicht verunsichern: sind die Wechseljahre erst einmal überstanden, reguliert sich das starke Schwitzen in der Regel auch wieder auf ein Normalmaß. Was Sie aber während dieser Phase gegen das starke Schwitzen machen können erfahren Sie in unserem Ratgeber „Schwitzen in den Wechseljahren“.

10. Die Schweißdrüsen funktionieren bei allen Menschen gleich.

Falsch.

Zwar ist die Anzahl der Schweißdrüsen bei allen Menschen ungefähr gleich (ca. 3 Mio), aber die Intensität der Funktion weicht doch stark von den Lebensumständen ab. Je nach Lebensphase, körperlicher Verfassung und Lebenssituation kann die Schweißbildung sehr unterschiedlich sein. Auch die Herkunft eines Menschen trägt dazu bei. Zum Beispiel schwitzen Südafrikaner durchschnittlich weniger als Europäer. In diesem Beispiel hat der Körper des Südafrikaners gelernt, dass Wasser nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Daher muss er sehr sorgfältig mit seinem Flüssigkeitsverlust umgehen, um die Körperfunktionen aufrechterhalten zu können.

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